Home Cooking II: Familie Sprovieri in Chimento

Juli 27, 2015

Unsere letzte Etappe führt uns zurück in den Kreis der Familie: wir sind zu Gast bei Mirella und Luigi Sprovieri, den Eltern von Lucas Verlobten Pasqualina. Die Sprovieris sind reine Selbstversorger, obwohl beide anderen Berufen nachgehen. Neben dem obligatorischen Gemüsegarten haben sie ihren eigenen Kartoffelacker, einen Weinberg, einen Olivenhain und ein Stück Wald für das Brennholz und in dem sie Pilze, Maronen und wilde Zwiebeln sammeln. Sie bauen ihren eigenen Weizen für Brot und Pasta an, halten zwei Schweine und unzählige Hühner. Und wenn Mirella der Geruch vom Käsen nicht so widerlich wäre, hätten sie bestimmt noch Schafe, Ziegen und vielleicht eine Kuh. Kurzum: sie sind fast in ihrer gesamten Freizeit damit beschäftigt, Nahrungsmittel zu produzieren, zu verarbeiten und… natürlich zu verspeisen, wobei jederzeit ein Platz an ihrem Esstisch frei für Besuch ist.

Am Hang: das Haus von Mirella und Luigi

Am Hang: das Haus von Mirella und Luigi

Die Sprovieri leben in den Bergen auf fast 900 Metern Höhe, wo die Sonne angenehm frisch und die Winter hart sind. So wird ihr Leben wie seit Jahrhunderten von den Jahreszeiten und den Wöchentlichen Abläufen bestimmt: am Samstag wird gebacken, im Sommer werden Auberginen für das Jahr eingemacht, in der Weihnachtszeit werden Schinken und Würste produziert usw.

Der Ofen für das Brot und alles andere.

Der Ofen für das Brot und alles andere.

So traditionell wie ihr Leben ist auch unser heutiges Abendessen; es gibt das für den Norden Kalabriens typische Gericht überhaupt: handgemachte Maccheroni mit Ziegenfleischragout. Hierbei wird vor dem Essen das Fleisch beiseite gestellt und die Maccheroni werden mit der übrigen Soße serviert. Das Fleisch kommt anschließend mit weiteren Beilagen als ’secondo‘ auf den Tisch.

Es gibt handgemachte Maccheroni al ferretto (auch wenn man in Chimento 'Fusilli' dazu sagt).

Es gibt handgemachte Maccheroni al ferretto (auch wenn man in Chimento ‚Fusilli‘ dazu sagt).

Während die Töpfe alle auf dem Herd stehen und Mirella mit tatkräftiger Unterstützung die Maccheroni macht, unternimmt Joachim mit Luigi einen Gang durch Weinkeller (‚cantina‘) und Vorratskammern (‚dispensa‘) des Hauses.

Fotosession im Weinkeller. lm Vordergrund die beiden Schinken der Familie, die durch den Stoff geschützt sind.

Fotosession im Weinkeller. lm Vordergrund die beiden Schinken der Familie, die durch den Stoff vor Fliegen geschützt sind.

la cantina!

la cantina!

Das Ragout ist gar, die Pasta ist gekocht, der Tisch ist gedeckt: es kann losgehen.

Tischdeko, die nicht fehlen darf: scharfe Peperoncini.

Tischdeko, die nicht fehlen darf: scharfe Peperoncini.

Die in der Soße des Ragout geschwenkten Maccheroni werden mit gesalzener Ricotta und nach Geschmack mit frischen Chileschoten garniert. Dazu gibt es Luigis Wein in den traditionellen ‚dodici al litro‘-Gläsern.

Die Maccheroni (oder Fuslli)

Das ‚primo‘: die Maccheroni (oder Fuslli) mit dem Sud vom Ragout.

Nach dem ‚primo‘ heißt es: Die tiefen Teller abräumen und die Gabeln behalten! Denn jetzt kommt das ’secondo‘.

 Zum 'secondo' wird ein mit Gemüse und Kartoffeln gefülltes Brot, eine klassische Bauernmahlzeit, aufgeschnitten.

Zum ’secondo‘ wird ein mit Gemüse und Kartoffeln gefülltes Brot, eine klassische Bauernmahlzeit, aufgeschnitten.

(Photo: Joachim Richter)

(Photo: Joachim Richter)

(Luca zu Tisch)

(Luca zu Tisch)

 Kartoffeln aus dem Silagebirge, Rape (Stängelkohl), Luigis Tomaten und Ragout.... und jetzt wird gegessen!

Das ’secondo‘: Kartoffeln aus dem Silagebirge, Rape (Stängelkohl), Luigis Tomaten und das Ragout.

Macht gutes Essen glücklich?

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Pasqualina, Luca, Luigi, Gianni, Inge, Mouna, Lai und Mirella.