Home Cooking Calabria

Juli 26, 2015

Zuhause bei Inge und Giuseppe. Was liegt näher, wenn man bei den Leuten in Kalabrien in die Töpfe schauen will, als zuhause anzufangen? Vor allem wenn Inge (Lucas Mutter und Lais Schwiegermutter) und Giuseppe (Lucas Vater und… man kann es sich denken…) hervorragende Köche sind. Es gibt Fisch. Und Fisch bedeutet, dass Giuseppe um fünf aufsteht, die Kühltasche auf sein Fahrrad schnallt und 15 Kilometer die Küste entlang nach Schiavonea fährt, wo der Fischereihafen ist.

Fischerboot am Strand von Schiavonea

Fischerboot am Strand von Schiavonea

Daneben gibt es aber immer noch die traditionelle Küstenfischerei mit kleinen Holzbooten, die auf den Strand gezogen werden und wenige Adressen, wo Eingeweihte den Fang der zurückliegenden Nacht kaufen können. So ist Giuseppes Kühltasche jeden Tag eine Überraschungsbox, weil man nie weiß, was er von seinem ‚Fischzug‘ mitbringt.

Schwarze Auberginen, Sardellen mit Oregano und in der Mitte der Topf für die Pasta.

Inge und Giuseppes Herd: Schwarze Auberginen, Sardellen mit Oregano und in der Mitte der Topf für die Pasta.

...und die Bilder für's Buch.

…und die Bilder für’s Buch.

In der Küche trifft der Fisch auf Gemüse aus dem eigenen und den Nachbargärten und natürlich auf Pasta.

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Der Saison zu folgen bedeutet, ein- und dieselbe Zutat auf -zig verschiedene Weisen zubereiten zu können, wenn man nicht jeden Tag dasselbe essen will. Im Sommer gibt es halt zwei bis drei Monate am Stück jeden Tag Auberginen, die traditionell auf unterschiedlichste Weise zubereitet und mit anderem Gemüse der Saison zubereitet werden. Eine Besonderheit sind die milungiane nire, schwarze Auberginen, zu deren Zubereitung man eine spezielle Pfanne braucht. Diese Zubereitungsart findet man nur in Corigliano Calabro und ist selbst in den Nachbarorten nicht verbreitet.

Schwarze Auberginen ('milungiane nire') in unserem improvisierten Photoset

Schwarze Auberginen (‚milungiane nire‘) in unserem improvisierten Photoset

Die Fischküche Coriglianos ist im positiven Sinne einfach: geradlinige Gerichte, bei denen der Fisch im Vordergrund steht und mit wenigen frischen Zutaten kombiniert wird.

Bonito mit Tomaten und Rosmarin

Bonito mit Tomaten und Rosmarin

Meeräsche aus dem Ofen und 'alici arriganate'.

Meeräsche aus dem Ofen und ‚alici arriganate‘.

Als Dessert: Frische Ricotta von der Familie Rubino und Mandarinenblütenhonig aus der Nachbarschaft.

Als Dessert: Frische Ricotta von der Familie Rubino und Mandarinenblütenhonig aus der Nachbarschaft.

Wir sind durch, die Gerichte sind gekocht, die Fotos gemacht, Lai und Joachim können durchatmet und das primo, Paccheri mit fangfrischen Garnelen, kommt auf den Tisch.

Endlich!

Endlich!

So geht langsam ein Tag zu Ende, der aus Einkaufen, Pflücken, (Fisch- und Gemüse-) Putzen, Kochen, Fotografieren und Essen bestand. Die Sonne geht über dem Pollino-Gebirge unter. Zeit, um das Abendesse vorzubereiten.